veröffentlicht am 1. Mai 2018 in Krankheiten im Alter von

Die Krankheiten im Alter – Welche Alterskrankheiten gibt es und was zählt als chronische Erkrankung?

Charakteristisch für Alterskrankheiten ist ihre oftmals jahrelange Latenzzeit, bis sie ausbricht und durch Symptome erkennbar wird.

Alterskrankheiten sind bis auf einige Ausnahmen chronisch. Der Krankheitsprozess kann nur durch Medikamente eingedämmt, bzw. verlangsamt werden.

Die maßgeblichen Alterskrankheiten und chronischen Erkrankungen

Neben Gebrechlichkeit, bzw. Altersschwäche, Schwerhörigkeit, Vergesslichkeit und Hautveränderungen wie Altersflecken zählen zu den geläufigsten Alterserkrankungen: 

Arthrose

Die chronische Entzündungskrankheit führt zu einem Knorpel-Abbau in den Gelenken. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zur Verformung und Versteifung des Gelenks.

Die Symptome sind:

  • Belastungsschmerzen,
  • Steifheitsgefühl im Gelenk,
  • äußere Schwellung.

Später gehen die Beschwerden in Dauerschmerzen und massive Bewegungseinschränkungen über.

Entzündungshemmende Medikamente und Bewegungstherapien führen nicht zur Neubildung von Knorpel, können aber die Arthrose bremsen.

Arthritis

Arthritis ist eine Gelenkentzündung der eine Abnutzungserscheinung, eine Infektion oder Primärerkrankung wie Rheuma, Gicht und Schuppenflechte vorangeht.

Erste Anzeichen:

  • Schmerzen und Schwellungen,
  • Gelenkstarre am Morgen,
  • eingeschränkte

In manchen Fällen kann es zu Wassereinlagerung oder Eiterbildung im Gelenk kommen. Fehlstellungen des Gelenkes sind ebenfalls keine Seltenheit.

Behandlungsansätze bei Arthritis:

– entzündungs- und schmerzhemmende Medikamente,

Ergo-, Sport- oder Physiotherapie.

Osteoporose

Bei Osteoporose auch Knochenschwund genannt, verringert sich die Stabilität und Festigkeit der Knochen, was zu gehäuften Brüchen führt.

Die Symptome:

  • eingeschränkte Bewegungsfähigkeit,
  • Rundrücken und
  • Verkrümmung der Lendenwirbelsäule.

Als Heilbehandlung werden angewandt:

– Bewegungstherapie und Wassergymnastik,

– Entspannungsübungen und Massagen,

– Wärme- oder Kältebehandlung,

– Verabreichung von Kalzium, Vitamin A und D.

In drastischen Fällen ist eine minimal-invasive Operation erforderlich, bei welcher „Knochenzement“ eingespritzt wird.

 

Augenerkrankungen

1. Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Bei AMD kommt es durch die Zerstörung von Sehzellen in der Netzhaut zu einer schweren Sehbehinderung, die bis zur Blindheit führen kann.

Die Alterskrankheit beginnt mit verzerrtem und verschwommenem Sehen. Im Laufe der Zeit lässt die Sehschärfe in der Mitte des Blickfeldes weiter nach, bis im Spätstadium nur der äußere Sichtbereich erhalten bleibt. Im Zentrum entsteht ein schwarzer Fleck.

Vorbeugung und Heilung sind nicht möglich. Bei frühzeitiger Diagnose kann AMD durch Medikamente aufgehalten bzw. die Erblindung hinausgezögert werden.

2. Grauer Star (Alterskatarakt)

Der Graue Star führt zu einer Trübung der Augenlinse, da ihre Elastizität nachlässt. Je nachdem, an welcher Stelle der Linse die Trübheit einsetzt, ist zuerst die Nah- oder Weitsicht betroffen.

Obwohl der Graue Star in jedem Alter auftreten kann, ist die am häufigsten vorkommende Form der Altersstar. Er kann gleichzeitig oder zeitversetzt beide Augen betreffen.

Für die Erkrankung sind meist Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes oder eine erbliche Veranlagung verantwortlich.

Die Krankheitszeichen steigern sich nach Schweregrad:

  • verschleiertes und verschwommenes Sehen,
  • Kontrastverlust im Dämmerungslicht,
  • Blendempfindlichkeit sowie Probleme bei der Hell/Dunkel-Umstellung,
  • Lichtschein im Sehbereich,
  • gestörte Farbwahrnehmung,
  • Doppel- oder Dreifachbilder,
  • räumlich eingeschränkter Blick,
  • graue Färbung der Pupille.

Die Sehunregelmäßigkeiten lassen sich anfangs mit einer entsprechenden Brille ausgleichen. Im fortgeschrittenen Stadium ist eine Operation notwendig, bei welcher die getrübte Augenlinse durch eine Kunstlinse ersetzt wird.

3. Grüner Star (Glaukom)

Der Grüne Star umfasst mehrere Augenkrankheiten, die auf Dauer den Sehnerv sowie die Netzhaut schädigen und ohne Behandlung zur Erblindung führen. Die Erkrankung kann zeitversetzt in beiden Augen durch einen erhöhten Augeninnendruck auftreten.

Das Hauptsymptom beim Grünen Star ist der Sehverlust, der über Jahre hinweg entsteht.

Im Verlauf zeigt sich die Krankheit wie folgt:

  • von außen halbrund eingeengtes Sichtfeld,
  • Wahrnehmungsverlust von Objekten,
  • Einschränkung der Sicht bis in Blickmitte,
  • blau-grünliche Färbung der Iris.

Die Therapie besteht aus Augentropfen zur Senkung des Augeninnendruckes. Bei konsequenter Anwendung lässt sich die Verminderung der Sehkraft aufhalten und im Optimalfall sogar stoppen.

Auch kann ein Laser-Eingriff oder eine minimal-invasive Operation den vollständigen Verlust des Augenlichtes verhindern.

Augenerkrankungen

AMD, Katarakt, Glaukom

Diabetes mellitus

Bei Diabetes zählt vor allem der Typ 2, als „Alterszucker“ bekannt. Der Grund der chronischen Stoffwechselkrankheit ist eine Insulinresistenz der Körperzellen, wodurch die Zuckermoleküle nicht aus dem Blut in die Zellen gelangen. Der Zucker verbleibt in den Blutgefäßen und staut sich an.

Anzeichen auf erhöhte Blutzuckerwerte:

  • gesteigerter Durst, häufiges Wasserlassen,
  • ausgetrocknete und juckende Haut,
  • erhöhte Infektionsanfälligkeit, vor allem Harnwegsinfekte,
  • schlechte Wundheilung,
  • Entkräftung, Müdigkeit,
  • Konzentrations- und Sehstörungen,
  • gehäufte Muskelkrämpfe.

Je nach Schweregrad der Diabetes wird der erhöhte Blutzuckerwert mit Tabletten oder Insulin-Spritzen reguliert. Wichtig sind eine Reduzierung des Körpergewichtes, viel Bewegung und eine gesunde, zuckerfreie Ernährung.

Bei einer unbehandelten Diabetes werden Adern, Organen und Nerven dauerhaft geschädigt.

 

Venenerkrankungen

Venen sind Blutgefäße, die zum Herzen führen.

Mit zunehmendem Alter verlieren die Venenwände ihre Spannkraft, beulen aus, weiten oder verdicken sich. In der Folge zirkuliert das Blut nicht mehr gleichmäßig und es kommt zu Venenerkrankungen.

Zu ihnen zählen:

Besenreiser

Als ein eher ästhetisches Problem zeigen sie sich an kleinen Hautgefäßen am Unter- und Oberschenkel sowie an der Knie-Innenseite.

Bei enorm vielen Besenreisern kann ein Verödungsmittel eingespritzt werden.

Krampfadern

Krampfadern sind knotige, bläuliche Ader-Stränge. Sie betreffen fast immer das oberflächliche Venensystem in den Beinen und entstehen aufgrund von erschlafftem Bindegewebe.

Venenentzündung

Die Entzündung tritt in den Krampfadern der oberflächlichen Venen auf. Der Ader-Strang verdickt und verhärtet, was Tast- und Druckschmerzen, Hautrötungen, Hitzeempfinden sowie Schwellungen auslöst.

Schwere Beine

Ihnen liegt eine Fehlfunktion der tiefen Beinvenen zugrunde.

Symptome sind:

– Schwereempfinden und Kribbeln in den Beinen,

– Wadenkrämpfe, die großenteils nachts auftreten,

– Wasseransammlung im Knöchel-Bereich.

Thrombose

Thrombose entsteht durch einen Venenverschluss infolge eines Blutgerinnsels. Betroffen sind überwiegend tiefliegende Venen, weshalb Mediziner von „Tiefer Bein- und Beckenvenenthrombose“ sprechen. Eine anschwellende, schmerzende Wade gilt als deutliches Anzeichen einer Thrombose.

Die Behandlung von Venenerkrankungen

Besteht eine der oben genannten Venenerkrankungen, kann der Arzt ein Medikament mit gefäßabdichtender Wirkung verschreiben. Auch ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen (Stützstrümpfe) wirkungsvoll.

Bei Thrombose und schweren Beinen helfen Gehtraining, Krankengymnastik sowie eine Lymphdrainage.

Ergreifen Sie frühzeitig diese vorbeugenden Maßnahmen:

  1. Achten Sie auf Ihr Normalgewicht.
  2. Bewegen Sie sich ausreichend.
  3. Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen.
  4. Legen Sie die Beine zeitweise hoch.

 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Obwohl eine körperliche Belastung im Seniorenalter möglich ist, lässt jedoch die Leistungsfähigkeit nach. Gründe hierfür sind ein schwächer werdender Herzmuskel, die Abnahme der Gefäßelastizität sowie Blutdruck-Probleme. Es entstehen verschiedene Krankheitsbilder, die unter dem Oberbegriff Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammengefasst sind. Die meisten Krankheiten unterliegen einem schleichenden und anfangs kaum merklichen Verlauf, was sie extrem gefährlich macht.

Gehen Sie deshalb regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung und denken Sie daran, vorbeugen ist besser als heilen!

Die beste Prophylaxe ist ein gesundheitsbewusstes Verhalten. Bewegen Sie sich angemessen, ernähren Sie sich gesund, vermeiden Sie Übergewicht und verzichten Sie auf Nikotin.

Die klassischsten Problem-Erkrankungen sind:

Zu hoher Blutdruck (arterielle Hypertonie)

Ein zu hoher Druck in den Blutgefäßen stört den Blutkreislauf, überlastet das Herz und begünstigt Arteriosklerose. Zudem besteht durch Bluthochdruck das Risiko von Nieren- und Augen-Krankheiten.

Bemerkbar macht er sich durch:

  • Schwindel und Kopfschmerzen,
  • erhöhtes Herzklopfen und Kurzatmigkeit,
  • Nervosität und Schlafstörungen,
  • Sehstörungen wie verschwommenes Sichtfeld oder Doppelbilder.

Als Medikament werden blutdrucksenkende Mittel verordnet.

Arteriosklerose (Arterienverkalkung)

Bei Arteriosklerose bilden sich in der Gefäßwand der Schlagadern (Arterien) Kalk- und Fett-Ablagerungen, Plaques genannt. Die Wände verdicken, was zu einer Verengung und Starrheit der Gefäße und somit zu Durchblutungsstörungen führt.

Kommt es zu einem kompletten Gefäßverschluss durch einen Blutpfropf (Thrombus), drohen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Die Hauptsymptome der Arteriosklerose:

  • anfangs leichtes Kribbeln in den betroffenen Gliedern,
  • später Belastungs-Schmerzen bis hin zu Ruhe-Schmerzen.

Behandlungsmethoden:

– Dehnung der Gefäßengstellen durch einen Ballonkatheter,

– Einsetzen eines Stents (Gefäßstütze),

– Legen eines Katheters.

Durchblutungsstörungen des Gehirns

Verursacher ist überwiegend eine Arteriosklerose im Bereich der Hals- und Hirngefäße.

In der Folge bekommen die Gehirnzellen zu wenig Sauerstoff und Nährstoffen wie Glukose und sterben ab.

Die Symptome reichen von:

  • Ungeschicklichkeit und Sprachstörung,
  • Schwindel und Übelkeit,
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühl,
  • Sehstörung,
  • bis hin zum Schlaganfall (Hirnschlag).

Bei einer frühzeitigen Diagnose können Medikamente die Fließeigenschaft des Blutes verbessern und die Gefäße erweitern.

Koronare Herzkrankheit (KHK)

Auch hier ist es die Arteriosklerose, die zur Bildung von Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen (Koronararterien) führt. Dem Herz fehlt ausreichend Blut, demzufolge Sauerstoff und seine Pumpleistung nimmt ab.

Schreitet die „Verkalkung“ der Herzkranzgefäße fort, werden Teilbereiche des Herzmuskels von der Blutversorgung getrennt und sterben ohne zeitnahe Therapie ab. Bei einem erheblich geschädigten Muskel kommt es zur chronischen Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen.

Bildet sich überdies ein Thrombus in einer Koronararterie, besteht das Risiko eines Herzinfarktes.

Anzeichen einer koronaren Herzkrankheit:

  • Schmerzen in der Brustgegend,
  • Enge- und Druckgefühl hinter dem Brustbein (Angina Pectoris).

Die Beschwerden treten sowohl bei körperlicher und nervlicher Belastung, als auch im Ruhezustand auf.

Die Behandlung erfolgt mit:

– durchblutungsfördernden Mitteln, ähnlich wie bei „Durchblutungsstörungen im Gehirn“,

– Medikamenten gegen Begleiterkrankungen, beispielsweise Diabetes oder Bluthochdruck,

– operativen Eingriffen.

Angina Pectoris (Brustschmerz)

Hierbei handelt es sich nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein Krankheitssymptom der koronaren Herzkrankheit.

Angina Pectoris wird in zwei Arten unterschieden:

1. Die instabile Angina Pectoris

Sie ist durch ein erhöhtes Herzinfarktrisiko die lebensbedrohlichere Variante und ein Fall für den Notarzt!

Schmerzen und Engegefühl treten bei geringsten Belastungen oder gar im Ruhezustand auf. Sie steigern sich bis zu einem Optimum, dauern länger als 20 Minuten an und lassen nur allmählich nach.

Da der Grund der instabilen Angina Pectoris ein Koronargefäßkrampf (Spasmus) sein kann und die Symptome einem Infarkt gleichen, wird sie zum akuten Koronarsyndrom (ACS) gezählt.

ACS umfasst außerdem die Krankheitsbilder von Herzinfarkt und plötzlichem Herztod.

Die Behandlung:

– Nitro-Präparate (Nitrate) als Notfallmedikament,

– Einsetzen eines Stents (Gefäßstütze),

– Bypass-Operation (Ersatzgefäße).

2. Die stabile Angina Pectoris

Bei ihr kommt es zu einem abrupt auftretenden Engegefühl über die gesamte Brust und Schmerzen hinter dem Brustbein oder im linken Brustkorb.

In der Regel dauern die Beschwerden etwa zehn Minuten.

Auslöser sind neben der koronaren Herzkrankheit physische und psychische Belastungen.

Die stabile Form verschlechtert sich nur langsam und ist in Schweregrade eingeteilt:

  1. anhaltende extreme Belastungen,
  2. temporeiches Laufen, bergauf gehen, körperliche Beanspruchung nach dem Aufstehen oder Essen, emotionale Situationen,
  3. normales Gehen, Treppensteigen, An- und Ausziehen,
  4. kleinste körperliche Anstrengungen oder Ruhebeschwerden. Um abzuklären, ob es sich inzwischen um eine instabile Angina Pectoris handelt, ist dringend eine Untersuchung nötig.

Die Behandlung:

– Herzkatheter-Untersuchung bei Herzinfarktrisiko,

– herzentlastende und durchblutungsfördernde Medikamente,

– Einsetzen eines Stents.

Symptome, die für beide Fälle zutreffen:

  • Der Schmerz strahlt bis zum Hals- und Unterkiefer-Bereich, Nacken, Rücken, linken Oberarm oder Bauchbereich aus.
  • Die Empfindungsformen des Schmerzes können: brennend, stechend, schneidend, ziehend, drückend und dumpf sein.
  • Das Engegefühl kann als ein schweres Gewicht auf der Brust oder ein Einschnüren des Brustkorbes empfunden werden.

Hinzukommende Begleiterscheinungen:

  • Beklemmung und Luftnot,
  • Schweißausbruch und Schwindel,
  • beunruhigendes Angstgefühl bis zur Todesangst,
  • Übelkeit und Erbrechen.

Herzinsuffizienz (chronische Herzschwäche)

Herzschwäche bedeutet ein Leistungsabfall der Herzfunktion. Primäre Gründe sind langjähriger Bluthochdruck oder die koronare Herzkrankheit.

Das Blut wird nicht schnell genug in genügender Menge durch den Organismus gepumpt, was einen Sauerstoff- und Nährstoffmangel für die Organe nach sich zieht. Hinzukommend nimmt das Herz zurücktransportiertes, verbrauchtes Blut nicht kontinuierlich und vollständig auf, wodurch es zu einem Blutstau vor dem Herzen kommen kann.

Begleitsymptome:

  • abnehmende Leistungsfähigkeit beim Gehen oder Treppensteigen,
  • Atemnot bei Belastung, später selbst bei Ruhe und flachem Liegen,
  • Kurzatmigkeit und Husten,
  • Erschöpfungszustände, dauerhafte Müdigkeit und Depression,
  • Flüssigkeitseinlagerungen in Füßen und Beinen oder der Lunge.

Bleibt die Herzschwäche unerkannt, kann das zu Kreislaufversagen, Herzrhythmusstörungen und einem Lungenödem führen.

Therapiemöglichkeiten sind:

– Kontrolle und Behandlung von Risikofaktoren,

– Medikamente, die das Herz entlasten,

– Einsetzen eines Herzschrittmachers.

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien)

Unter Herzrhythmusstörungen versteht man einen unregelmäßigen Herzschlag, der entweder zu langsam oder zu schnell ist.

Rhythmusstörungen können im Herzvorhof oder der Herzkammer auftreten.

Als Ursachen kommen neben äußeren Einflüssen verschiedene organische Gründe infrage. Zudem sind die Formen von Herzrhythmusstörungen vielfach differenziert, die nur der Arzt durch eingehende Untersuchungen diagnostizieren kann.

Hinweise auf eine Arrhythmie:

  • Schwindel, Benommenheit, Ohnmachtsanfälle,
  • kurzzeitiger Bewusstseinsverlust und Verwirrtheit,
  • Brustschmerzen, Brustenge und Krampfanfälle,
  • kurzes Aussetzen des Herzschlages, Herzstolpern und Herzrasen,
  • Herzschmerzen und Herzenge (Angina Pectoris).

Drohende Risiken sind Embolien, Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Herzinfarkt und plötzlicher Herztod.

Behandlungsverfahren:

– Medikamente zur Regulierung der Herzschlagfrequenz,

– Herzkatheter – Verödung von Herzgewebe, welches die Rhythmusstörung auslöst,

– bei zu langsamen Herzschlägen – Einsetzen eines Herzschrittmachers,

– bei zu schnellen Herzschlägen – Elektrokardioversion durch Stromstöße mit einem Defibrillator.

Herzinfarkt (Myokardinfarkt)

Zu einem Herzinfarkt kommt es überwiegend durch eine koronare Herzkrankheit und einen akuten Verschluss eines Herzkranzgefäßes (Thrombus).

Weitere Ursachen sind der Verschluss eines Gefäßes durch einen Koronargefäßkrampf (Spasmus) oder eine Embolie in einer Koronararterie.

Typische Hinweise auf einen Herzinfarkt:

  • Starke Schmerzen auf der linken Brustseite sowie hinter dem Brustbein, die schlagartig auftreten und längere Zeit anhalten.
  • Die Schmerzen können gleichermaßen Arme, Hals, Rücken und Oberbauch betreffen.
  • Engegefühl in der Brust, Atemnot, Unruhe und Angstgefühl bis zur Todesangst.
  • Schwitzen mit kalter Schweißbildung, Blässe und Übelkeit.

Als Akut-Therapie werden angewandt:

– Einsetzen eines Stents (Gefäßstütze),

– intravenöse Lyse-Therapie zur Auflösung des Blutgerinnsels (Thrombus).

Die Nachbehandlung richtet sich nach der angewendeten Akut-Therapie und setzt sich aus Medikamenten zusammen, die auf Beschwerden sowie Begleiterkrankungen abgestimmt sind.

Plötzlicher Herztod (Sekundentod)

Meist ist Kammerflimmern der Auslöser des plötzlichen Herztodes. Durch die Herzrhythmusstörung „zuckt“ das Herz nur noch und ist nicht in der Lage, regelmäßig Blut in den Kreislauf zu pumpen. Als Erstes wird das Gehirn nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt und gibt seine Funktion auf. Kurz bevor der Betroffene das Bewusstsein verliert, kann es zu Atemnot, Druck in der Brust und Schweißausbruch kommen.

Zu den Ursachen des Kammerflimmerns zählen:

  • eine koronare Herzkrankheit (KHK),
  • Herzschwäche,
  • angeborene und erworbene Herzerkrankungen,
  • Herzklappenfehler,
  • ein überstandener Herzinfarkt.

In manchen Fällen deuten diese Warnzeichen Wochen, Tage oder Stunden zuvor auf einen plötzlichen Herztod hin:

  • Brustschmerzen und erhöhtes Herzklopfen,
  • Luftnot und Ohnmachtsanfälle sowie
  • Verwirrtheitszustände.

Therapien nach einem überlebten plötzlichen Herztod:

– Implantieren eines Defibrillators, der bei auftretendem Kammerflimmern einen elektrischen Schock auslöst.

– Legen eines Bypasses, um den Bluttransport zu steigern.

– Katheterablation, mit der die Herzrhythmusstörung durch einen Katheter lokalisiert und korrigiert wird.

Schlaganfall (Apoplex)

Es bestehen 2 Formen des Schlaganfalls, auch Gehirnschlag genannt:

1. Der ischämische (weiße) Schlaganfall – 85 % Wahrscheinlichkeit

Ursache: Verschluss eines hirnversorgenden Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel oder Gefäßverkalkung.

2. Der hämorrhagische (roter) Schlaganfall – 15 % Wahrscheinlichkeit

Ursache: Gehirneinblutung durch Platzen eines Blutgefäßes

In beiden Fällen kommt es zu einer über Stunden anhaltenden Durchblutungsstörung, welche die Gehirnfunktion blockiert. Je nachdem, wie lange die Gehirnzellen nicht ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden, sterben einzelne Zellen oder gesamte Bereiche im Gehirn ab.

Spürbare und sichtbare Auswirkungen sind beispielsweise:

  • Taubheit und Lähmung von Gliedmaßen sowie der Gesichtsmuskulatur,
  • Sprachprobleme oder Sehstörungen,
  • Kopfschmerz, Schwindel und ein wankender Gang.

Die Behandlung:

Ischämischer Schlaganfall

– mechanische Thrombektomie – Kathetereingriff, um Verschlüsse zu lösen, oder

– intravenöse Lyse-Therapie zur Auflösung des Blutgerinnsels (Thrombus),

– Medikamente zum Zersetzen von Blutgerinnseln sowie solche, die die Fließeigenschaft des Blutes verbessern.

Hämorrhagischer Schlaganfall

– Stoppen der Blutung und entfernen eventueller Gerinnsel durch operativen Eingriff,

– blutdrucksenkende sowie gerinnungshemmende Mittel.

Hoher Blutdruck

arterielle Hypertonie, Arteriosklerose, Koronare Herzkrankheit, Angina Pectoris, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Plötzlicher Herztod, Schlaganfall

Dysphagie / Presbyphagie (Schluckstörungen)

Bei Dysphagie ist der Schluckreflex im Rachen oder in der Speiseröhre gestört, was Schwierigkeiten beim Schlucken von Nahrung und Flüssigkeiten erzeugt.

Tritt die Schluckstörung bei Senioren auf, sprechen Mediziner von Presbyphagie.

Mit zunehmendem Alter erschweren geringere Gefühls-Wahrnehmungen und schwächere Reflexe an Lippen, Zunge, Gaumen, Kehlkopf und Speiseröhre das Kauen und Schlucken.

Die altersbedingte Presbyphagie wird in drei Phasen eingeteilt:

1. Das orale Stadium

Die ersten Probleme zeigen sich darin, dass Speisen wieder aus dem Mund herausfallen oder im wahrsten Sinne des Wortes drohen, im Hals bzw. Rachen stecken zu bleiben. Ständig muss nachgeschluckt werden, um sich nicht zu verschlucken.

2. Das pharyngeale Stadium

Gaumensegel und Kehlkopf schließen nicht mehr. Es kommt zu Husten- und Niesanfällen, da Nahrungsreste in die Atemwege gelangen.

3. Das ösophageale Stadium

Eine Funktionsstörung des unteren Speiseröhren-Schließmuskels tritt ein, was zu einer Verkrampfung der Speiseröhre führt. Die Nahrung wird nicht weiter transportiert und unangenehmes bis schmerzhaftes Aufstoßen sowie Erbrechen sind die Folge.

Eine weitere Form der Dysphagie – die neurogene Schluckstörung

Sie ist auf folgende neurologische Erkrankungen zurückzuführen:

  • Schlaganfall,
  • Schädel-Hirn-Trauma,
  • Morbus Parkinson,
  • ALS (amyotrophe Lateralsklerose),
  • multiple

Die neurogene Schluckstörung ist in der Regel auf das orale und pharyngeale Stadium begrenzt. In schweren Krankheits-Fällen kann auch das ösophageale Stadium eintreten.

Die Auswirkungen einer Dysphagie oder altersbedingten Presbyphagie

Für Senioren, die an einer Schluckstörung leiden, ist Essen und Trinken, durch die ständige Angst sich zu verschlucken, eine tägliche Belastung. Der Appetit bleibt aus und jede Mahlzeit wird zum notwendigen Übel.

Gewichtsabnahme bis hin zur Unterernährung sowie geschwächte Muskeln und Nerven sind vorprogrammiert.

Sind Sie an einer Schluckstörung erkrankt, gehen Sie frühzeitig zum Arzt!

Heilbehandlungen finden Sie bei:

  • Schlucktherapeuten,
  • Ernährungstherapeuten und
  • Logopäden.

 

Inkontinenz

Bei einer Inkontinenz, ist der Patient nicht mehr in der Lage, die Entleerung von Blase oder Darm zu kontrollieren. In Deutschland leiden etwa 5 bis 8 Millionen Menschen darunter. Niemand spricht gerne darüber, selbst nicht gegenüber einem Mediziner. Dabei gibt es erfolgversprechende Methoden, eine Harn- oder Stuhlinkontinenz zu behandeln.

Die jeweiligen Therapien richten sich nach der Ursache und dem Ausmaß der Beschwerden.

Die Harninkontinenz

Ärzte unterscheiden drei Formen:

  1. Belastungsinkontinenz

Durch einen geschwächten Schließmuskel der Blase kommt es bei erhöhtem Druck oder Kraftanstrengung wie beim Tragen schwerer Gegenstände und Niesen zu spontanem Urin-Abgang.

  1. Dranginkontinenz

Die Blase ist überaktiv, was zu einem vermehrten Harndrang führt.

Gründe können sein:

– vergrößerte Prostata,

– Harnwegsentzündung,

– Nervenerkrankung.

  1. Mischinkontinenz

Sie ist die Mischform von Belastungs- und Dranginkontinenz.

Behandlungsansätze:

– Beckenboden- und Blasentraining,

– Ernährungsumstellung und Gewichtsreduzierung,

– Medikamente sowie Operationen.

Die Stuhlinkontinenz

Die Ursache von Stuhlinkontinenz ist ein geschwächter Schließmuskel. Die Gründe dafür sind vielfältig und müssen von einem Arzt abgeklärt werden.

Am häufigsten kommen vor:

– altersbedingter Rückgang der Muskelmasse,

– Entstraffung durch Geburten oder Übergewicht,

– Verstopfung, Darmträgheit und Darmerkrankungen,

– erhebliche Hämorriden-Bildung,

– vorangegangene Operationen im Beckenbereich,

– neurologische Erkrankungen wie z. B. Multiple Sklerose, Schlaganfall und Bandscheibenvorfall,

– Medikamente, die Stuhlinkontinenz begünstigen.

Behandlungsansätze:

– Beckenbodengymnastik,

– Ernährungsumstellung und Gewichtsreduzierung,

– Schließmuskeltraining und Elektrostimulation,

– Medikamente sowie Operationen.

 

Morbus Parkinson (Schüttellähmung)

Bei Parkinson-Patienten liegt eine Bewegungsstörung mit reduzierter Bewegungsfähigkeit und zitternden Gliedmaßen vor.

Typische Symptome:

  • einseitiges Zittern in entspannten Situationen,
  • vermehrtes Zittern bei Stress,
  • Trippelschritte, gebeugte Haltung und Balance-Störungen,
  • steife, angespannte Muskeln sowie starre und ausdruckslose Mimik.

Die Ursachen liegen in muskulären Ausfällen durch Absterben bestimmter Nervenzellen im Gehirn, die für Bewegungsabläufe zuständig sind.

Die Veranlagung kann bereits Jahre vor dem Ausbruch von Morbus Parkinson bestehen und wird mittlerweile durch neurologische Tests deutlich in der Frühphase aufgedeckt.

Die Krankheit ist nicht heilbar, lässt sich aber mit einer frühzeitigen Therapie wirkungsvoll behandeln, um ihr Fortschreiten zu bremsen.

 

Demenz

Demenz (lat. Demens – „ohne Geist“) ist der Überbegriff für Erkrankungen durch eine Gehirnschädigung, die zum Verlust von geistigem, sozialem und emotionalem Potential führt.

Insbesondere betroffen sind:

  • das Denkvermögen,
  • das Arbeitsgedächtnis,
  • die Motorik und Sprache,
  • die Persönlichkeitsstruktur.

Erfolgreiche Behandlungsmethoden gegen Demenz sind bisher leider nicht zu verzeichnen. Allerdings zeigen Studien, dass geistig aktive Senioren seltener an Demenz erkranken.

 

Alzheimer-Demenz

Nach dem deutschen Nervenarzt Alois Alzheimer benannt, wurde die Demenz-Erkrankung erstmals 1910 als „Alzheimersche Krankheit“ in einem Lehrbuch aufgeführt.

Bei zwei Drittel aller Demenz-Patienten handelt es sich nach medizinischen Aussagen um Alzheimer.

Bei Alzheimer führt ein gestörtes Gleichgewicht des Botenstoffs Glutamat zur Zerstörung von Nervenzellen im Gehirn. Das Gedächtnis sowie die geistige Leistungsfähigkeit schwinden. Der Erkrankte verliert den Bezug zur Realität, bis er gänzlich in „seiner eigenen Welt“ lebt.

Die Symptome einer beginnenden Alzheimer-Demenz:

  • Vergesslichkeit, die in zunehmendem Maß den Alltag dominiert,
  • fehlende zeitliche sowie räumliche Orientierung,
  • Stimmungs- und Verhaltens-Veränderungen,
  • Schwierigkeiten beim Erfassen theoretischer Zusammenhänge,
  • Nachlassen der Eigeninitiative,
  • Einschränkung der Urteilsfähigkeit,
  • sprachliche

Alzheimer-Demenz ist nicht heilbar, ihr Verlauf lässt sich jedoch mit geeigneten Medikamenten und fürsorglicher Betreuung verlangsamen.

Demenz Alzheimer-Demenz

Demenz, Alzheimer-Demenz

Hinweis: Altersvergesslichkeit und Gedächtnisprobleme müssen keine beginnende Demenz sein. Nehmen Sie dennoch die Anzeichen ernst. Um Gewissheit zu erlangen, suchen Sie ihren Hausarzt auf und schildern ihm Ihre Beschwerden. Medizinische Tests werden die Ursachen aufzeigen. Handelt es sich um eine beginnende Demenz-Erkrankung, nutzen Sie alle, Ihnen gebotenen Therapien und Heilverfahren. Denn je eher die Erkrankung behandelt wird, desto länger werden Sie ein selbstbestimmtes Leben führen.

Altersdepression

Die Hauptsymptome einer Depression sind Motivationsschwäche, Niedergeschlagenheit und Hoffnungslosigkeit. Bei einer Altersdepression wird die Stimmungsveränderung anfänglich von körperlichen Gesundheitsbeschwerden überlagert, die psychosomatischer Natur sein können.

So klagen Senioren über:

  • Schwindelanfälle,
  • Kopfschmerzen,
  • Rücken- und Gliederschmerzen,
  • Magen- und Darm-Probleme.

Für eine Altersdepression kommen mehrere Ursachen infrage. So können der Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand oder Kinder, die kilometerweit entfernt wohnen, der Auslöser sein. Auch der Tod des Partners oder befreundeter Schulkameraden erzeugen einen kaum überwindbaren emotionalen Schmerz. Fehlen dann soziale Kontakte, droht die Vereinsamung, und der Nährboden für eine Depression ist geschaffen.

Leider wird eine Altersdepression in vielen Fällen erst spät erkannt, da Familienangehörige und Freunde Interesselosigkeit, Antriebsschwäche oder melancholische Züge meist als Begleitumstände des Alterns einstufen.

Selbst beim Hausarzt stehen für lange Zeit nur die körperlichen Beschwerden im Vordergrund.

Deshalb ist bei dem geringsten Verdacht auf eine Altersdepression eine eingehende Diagnose durch einen Psychotherapeuten oder Gerontopsychiater (Facharzt für psychische Erkrankungen im Alter) unumgänglich.

Je nach Schweregrad der Depression erfolgt die Behandlung durch:

– langfristige Medikamenten-Dosierung,

– Psychotherapie, Problemlösetherapie und kognitive Verhaltenstherapie.