LEBEN IM ALTER

Wer in heutiger Zeit seinen 65. Geburtstag feiern darf und von Krankheiten verschont ist, muss sich noch lange nicht „alt“ fühlen. Denn unsere Lebenserwartung steigt kontinuierlich an. Aktuell liegt sie bei durchschnittlich 80 Jahren.

Studien belegen, dass wir körperlich und geistig fitter sind, als Gleichaltrige es vor 20 oder 30 Jahren waren.
Verdanken dürfen wir das einem ständig wachsenden Landes-Wohlstand, vertretbaren Arbeitsbedingungen, verbesserten Hygienegrundlagen, einer gesünderen Ernährung und nicht zuletzt dem medizinischen Fortschritt.
Weitere Gründe warum wir immer älter werden, finden Sie hier.

MACHT „LEBEN IM ALTER“ ANGST?

Lange leben wollen wir alle. Doch allein das Wort „Alt“ vertreibt unseren Optimismus. Dabei müssen wir uns nicht vor dem eigentlichen „Älterwerden“ sorgen. Eine begründete Furcht liegt jedoch in den drohenden Alltags-Beschwerden und Erkrankungen. Niemand möchte gebrechlich, krank und pflegebedürftig werden. Doch darauf nimmt das Leben keine Rücksicht.
Aber Angst ist ein gefährlicher Gegner. Sie entsteht im Kopf und daraus gilt es, sie zu verbannen. Denn das Gehirn beeinflusst nicht nur unser Denken, sondern unsere gesamte körperliche Verfassung. Was wir brauchen, ist eine zuversichtliche innere Grundeinstellung zum „Älterwerden“ mit allen seinen Gesichtern.

Stehen Sie zu Ihren Lebensjahren. Setzen Sie Ziele, erfüllen Sie sich Wünsche und genießen Sie den Augenblick.
Nehmen Sie aktiv am Leben teil. Stärken Sie Ihren Körper durch Bewegung und Sport und trainieren Sie Ihr Gehirn. Rätsel-, Denk- und Knobelspiele sind kein Privileg der jungen Generation!

Weiterhin finden Sie hier Anregungen zu einer gesunden Ernährung im Alter sowie Informationen zu altersbedingten Krankheiten.

DIE ERNÄHRUNG IM ALTER – UM AUF IHRE GESUNDHEIT ZU ACHTEN, IST ES NIE ZU SPÄT

TIPP
Gehen Sie regelmäßig zur Blutkontrolle zu Ihrem Hausarzt. Das Blutbild gibt Aufschluss über eventuelle Mangelerscheinungen durch Nährstoffunterversorgung.

Im Seniorenalter beeinflussen zahlreiche Faktoren das Essverhalten. Zu ihnen gehören u. a. ein veränderter Energiehaushalt und Krankheiten wie Altersdiabetes. Aber auch das Nachlassen des Geschmacks–und Geruchssinns können zu Appetitlosigkeit führen.

Kommt es zu einem Nährstoffmangel, werden durch ihn im wesentlichen Herz-Kreislauf-Probleme, Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen und Schwindel hervorgerufen.

WIE SIEHT DER SPEISEPLAN FÜR DIE ERNÄHRUNG IM ALTER AUS – DARF ES SCHMACKHAFT SEIN?

TIPP
Wenn Sie Ihre Mahlzeiten allein einnehmen müssen, richten Sie dennoch Ihre Speisen geschmackvoll an. Bekanntlich „isst das Auge mit“.

Um auf Ihre Gesundheit zu achten, ist es nie zu spät!

Mit einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Mischkost, sowie folgenden Grundregeln sorgen Sie für eine optimale Ernährung im Alter und beugen einem Nährstoffmangel vor.

Lassen Sie sich Zeit beim Essen. Kauen Sie langsam und gründlich. So werden die Geschmacksnerven und über den Rachen die Geruchsrezeptoren (Riechzellen) der Nase angeregt.

  • Trinken Sie täglich etwa zwei Liter Mineralwasser, mit Magnesium, Natrium und Calcium angereichert.
  • Vitaminreiches Obst und Gemüse regt den Stoffwechsel sowie die Verdauung an und wirkt entschlackend. Zudem vermindert es Zellschäden und beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs-Tumoren vor.
  • Kartoffeln haben kaum Fett oder Kalorien. Dafür Ballaststoffe, die langanhaltend sättigen und die Verdauung anregen. Sie enthalten Protein (Eiweiß), essentielle Aminosäuren, Vitamin C, Vitamine der B-Gruppe sowie Magnesium, Phosphor, Kalzium und Kalium.
  • Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen und Co, besitzen einen hohen Anteil an Ballaststoffen und sorgen für einen niedrigen Blutzuckerspiegel. Die Vitamine der E- und B-Gruppe steigern zusätzlich die Gehirn-Leistung und stärken das Nervensystem.
  • Der enorme Kalziumgehalt von Milchprodukten schützt Ihre Knochensubstanz vor Osteoporose. Joghurt, Buttermilch Dickmilch oder Kefir sind leichter verdaulich als Frischmilch.
  • Entscheiden Sie sich des Öfteren für eine Fischmahlzeit. Fisch enthält hochwertiges Eiweiß, Jod und lebensnotwendige Omega-3-Fettsäuren.
  • Essen Sie auch Fleisch – jedoch in Maßen. Es spendet Eisen, wertvolle Aminosäuren und B-Vitamine.
  • Bevorzugen Sie beim Zubereiten Ihrer Speisen pflanzliche Fette wie zum Beispiel natives (nicht raffiniertes) Olivenöl. Seine ungesättigten Fettsäuren senken den Cholesterinspiegel, schützen das Herz sowie die Blutgefäße vor Oxidationsprozessen und wirken blutdrucksenkend.
  • Gehen Sie nicht übermäßig mit Salz um und benutzen Sie Jodsalz mit Fluor.
  • Verwenden Sie mediterrane Kräuter. Ihre Pflanzenstoffe regen den Stoffwechsel an und besitzen eine entzündungshemmende Wirkung.
  • Wann immer es passt, würzen Sie mit kräftigen Zutaten wie Chili und Curry, um Ihren Geruchs- oder Geschmackssinn anzuregen.
  • Reduzieren Sie weitestgehend zuckerhaltige Lebensmittel. Ein erheblicher Verzehr von Zucker führt zu Übergewicht, Diabetes sowie Bluthochdruck und erhöht das Herzinfarkt-Risiko.
  • Naschen Sie gelegentlich Nüsse. Sie enthalten einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Magnesium, Zink und Vitamine der E- und B-Gruppe.
KANN MAN BEI EINER GEEIGNETEN ERNÄHRUNG IM ALTER AUF NAHRUNGSMITTEL-ERGÄNZUNGSSTOFFE VERZICHTEN?

Bei einer ausgewogenen Ernährung bedarf es im Optimalfall keiner Ergänzungsstoffe. Wird es erforderlich, Ihre Ernährung aus gesundheitlichen Gründen einzuschränken, oder vertragen Sie bestimmte Lebensmittel nicht mehr, ist es sinnvoll, auf eine angemessene Nahrungsmittelergänzung zurückzugreifen.
Sie garantiert, dass Ihr Organismus mit allen notwendigen Vitaminen und Spurenelementen wie Calcium, Magnesium, Zink, Eisen und Kalium versorgt ist.

Sind Sie sich unsicher, ob Ihrem Körper weitere Vitamine und Spurenelemente fehlen, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt. Er kennt Ihren organischen Befund und wird Sie hilfreich beraten.

DAS ALTER IST KEINE KRANKHEIT – DOCH ES GIBT SIE, DIE KRANKHEITEN IM ALTER

Das Alter ist eine Lebensphase, in die der Mensch hineinlebt. Allmählich verändert sich der Schlafrhythmus, die Atemfrequenz, das Verdauungssystem und die Funktion der Sinnesorgane. Die Regenerationsfähigkeit der Körperzellen lässt nach und die Widerstandskraft des Organ- und Immunsystems sinkt.
Alternde Menschen sind deshalb krankheitsanfälliger. Chronische Erkrankungen und Alterskrankheiten sind die Folge. Bevor jedoch eine Alterskrankheit ausbricht, vergehen meist Jahre, die sogenannte Latenzzeit, in welcher sich weder Symptome noch gesundheitliche Beeinträchtigungen zeigen.

Diagnostiziert Ihr Arzt bei Ihnen eine chronische Erkrankung oder eine Alterskrankheit, scheuen Sie nicht, nach Hilfe zu suchen. In Selbsthilfegruppen, Internet-Foren und Blogs treffen Sie auf Menschen, die Ihr Schicksal teilen und Sie verstehen. Hier werden Sie anerkannt und akzeptiert. Sie finden offene Ohren für Ihre Probleme und profitieren von wertvollen Anregungen im Umgang mit Krankheiten im Alter.
Selbsthilfegruppen bieten zudem die Chance, sich persönlich kennenzulernen und gegenseitig zu unterstützen.

Je früher Sie Ihre chronische Erkrankung oder Alterskrankheit akzeptieren, umso leichter lernen Sie, damit umzugehen und können unausweichliche Entscheidungen fällen. Denn oftmals bedarf es einer Umgestaltung von Lebensgewohnheiten und Wohnverhältnissen, um so wenig wie möglich an Lebensqualität entbehren zu müssen.